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PROBIOTIKA:

Als Probiotika bezeichnet man Produkte, welche in großer Anzahl solche Bakterien enthalten, die auf den menschlichen Organismus positive Effekte ausüben können. Die Einnahme von Probiotika ermöglicht es uns z.B., das mikrobiologische Gleichgewicht in unserem Darm positiv zu beeinflussen.

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Krankenhauskeime bei Patienten auf der Intensivstation

Probiotika stärken Immunsystem und senken die Infektionsgefahr

Eine neue Studie chinesischer Forscher zeigte an 43 bewusstlosen und künstlich beatmeten Patienten auf der Intensivstation, dass die Gabe von Multispecies-Probiotika die schwerkranken Patienten gegen Infektionen und Entzündungen schützen konnten [Min Tan et al., Effects of probiotics on serum levels of Th1/Th2-cytokine and clinical outcomes in severe traumatic brain-injured patients, Critical Care 15:R 290, vom 2.12.2011]. Das Immunsystem dieser Patienten wurde durch die regelmässig über eine Magensonde verabreichten probiotischen Bakterien in kurzer Zeit gestärkt (vgl. Abb.: dramatische Reduktion der Serum-IL-10-Konzentration).
Im dreiwöchigen Studienverlauf infizierten sich 75% der normal ernährten Patienten mit mehr als zwei verschiedenen Krankenhauskeimen, in der Probiotikagruppe lag der Anteil hingegen bei weniger als 15%, sodass diese Patienten auch weniger Antibiotika erhalten mussten und früher aus der Intensivstation entlassen werden konnten.


 

Die Inzidenz dafür, dass probiotische Multispezies-Präparate Krankheitserreger bei Durchfallerkrankungen verdrängen (z.B. bei Antibiotika-Assoziierter Diarrhoe, bei Rotavireninfektion und bei Reisediarrhoe) und eine Modulation des Immunsystems bewirken können (über die Th1/Th2-Balance), ist bereits ausreichend und in großen Studien dokumentiert. Neu ist jedoch die Erkenntnis über die Wirkung einer Probiotikagabe bei Intensiv-Patienten mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma (Score 5 bis 8 nach der Glasgow Coma Scale) Diese Patientengruppe wurde gewählt, weil das Immunsystem dieser Patienten eine gravierende Dysfunktion zeigt (Th1/Th2-Ungleichgewicht) und ihr verletztes Gehirn zudem noch entzündungsfördernde Interleukine abgibt. In einer randomisierten, prospektiven, einfach-blinden Studie wurde das Probiotikum dreimal täglich in hoher Konzentration von 10 hoch 9 cfu über 21 Tage hindurch über eine Magensonde verabreicht, die Kontrollgruppe erhielt über die Magensonde nur die nötige parenterale Ernährung.


Probiotika verkürzen den Aufenthalt auf der Intensivstation und senken das erforderliche Quantum an Antibiotika

Der Immunstatus der Patienten wurde hier mittels Blutproben ermittelt, wobei ab dem siebenten Tag erste Unterschiede zwischen der Kontrollgruppe und der Probiotikagruppe festgestellt wurden: Patienten aus der Probiotikagruppe zeigten einen signifikant höheren Anstieg an Serum-IL-12p70 und IFN–Spiegel (Makrophagenaktivierung) verbunden mit einer Reduktion von IL-4 und IL-10-Konzentrationen.
Die Verabreichung eines Multispezies-Probiotikums stellt nach diesen Studienergebnissen einen schonenden und effizienten Weg dar, um die gefürchteten Infektionen mit Krankenhauskeimen bei schwerkranken Patienten zu reduzieren.