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Reizdarm (Reizkolon, Colon irritabile)

Das Reizdarmsyndrom ist eine Funktionsstörung des Verdauungstrakts mit chronischen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Stuhlunregelmäßigkeiten (Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung) und Blähungen. Nachts treten die Beschwerden selten auf. Der Arzt findet keine krankhaften Organveränderungen. Ein Reizdarm ist nicht bösartig oder ansteckend und führt auch nicht zu einer Krebserkrankung. Obwohl die Erkrankung oft Monate oder Jahre dauert und das Allgemeinbefinden stark beeinträchtigt, ist die Lebenserwartung nicht eingeschränkt.
Ein Reizdarm-Syndrom tritt typischerweise zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr erstmals in Erscheinung. Ein Reizdarm wird bei Frauen etwa doppelt so häufig diagnostiziert wie bei Männern. Häufig findet sich bei Patienten mit Reizdarm auch eine Glutenallergie.
Die genaue Ursache der Krankheit ist nicht ausreichend bekannt. Vermutlich ist bei der Entstehung des Reizdarm-Syndroms eine Störung des Informationsaustauschs zwischen Gehirn und Darm beteiligt. Der Nerven-Botenstoff Serotonin (verantwortlich für die Steuerung der Darmfunktion und der Schmerzwahrnehmung) spielt wahrscheinlich eine Schlüsselrolle. Für diese Erklärung spricht die Beobachtung, dass beim Reizdarm-Syndrom die Bewegungsabläufe im Darm gestört sind und in vielen Fällen die Wahrnehmung schon normaler Verdauungsvorgänge schmerzhaft gesteigert ist. Die Beschwerden werden häufig von folgenden Umständen ausgelöst oder verschlimmert:

  • Seelische und körperliche Belastung (Stress und Ärger verstärken die Beschwerden)
  • Ernährung (Unverträglichkeiten, Essverhalten, Ernährungsweise)
  • Zudem fanden Forscher eine erhöhte Zahl von weißen Blutkörperchen (Lymphozyten) in der Darmwand betroffener Patienten. Solche Veränderungen sprechen für eine Entzündung der Darmwand.
Der Reizdarm macht sich durch eine Reihe von typischen, oft quälenden Beschwerden bemerkbar, die sich tagsüber steigern können, nachts jedoch aufhören:
  • Schmerzen, Krämpfe und Missempfindungen im gesamten Bauchbereich, die sich nach Stuhlgang bessern
  • Durchfall oder Verstopfung oder Wechsel zwischen beiden
  • Veränderte Stuhlzusammensetzung (hart, wässrig oder breiig)

Treffen diese Symptome innerhalb eines Jahres während insgesamt zwölf Wochen zu und lassen sich keine anderen Ursachen für die Beschwerden finden, dann ist die Diagnose Reizdarm-Syndrom gesichert (Rom-Kriterien).

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