Verstopfung bei Kindern
Nach neuesten Untersuchungen der Universität Amsterdam zum Thema Verstopfung bei Kindern kann bereits die gestörte Darmflora der Eltern der Auslöser sein. Wenn sich Kinder zuwenig bewegen, kaum trinken und sich falsch ernähren, macht den Darm schlapp. Liegt es nicht an der Kost, so können auch Stress und häufige Unterdrückung des Stuhlgangs zur Verstopfung oder sogar zur Stuhlinkontinenz führen..
Eine gesunde Darmflora ist wichtig!
Tatsache ist: Der Darm steuert mit Milliarden von gesunden Helfern, den probiotischen Bakterien, den Großteil aller Stoffwechselvorgänge im Körper. Er produziert lebenswichtige Vitamine, Enzyme sowie Aminosäuren, die wir für das Funktionieren aller Organe benötigen, und neutralisiert alles Schädliche, das mit der Nahrung in den menschlichen Organismus gelangt. Deshalb ist eine funktionierende Verdauung für eine gesunde körperliche und geistige Entwicklung eines Kindes unumgänglich.
Zum Zeitpunkt der Geburt ist der Darm eines Babys noch steril. Doch schon während des Geburtsvorgangs wird der kindliche Darm besiedelt. Und hier beginnt der Wettlauf mit der Zeit. Je schneller und je mehr nützliche Bakterien in den Darm gelangen, umso weniger Chancen haben schädlichen Keime sich hier einzunisten und zu verstärkter Fäulnis und Gärung zu führen.
Probiotika als natürliche Verdauungshilfe
Werden Babys gestillt, so steigt relativ rasch der Anteil an Lactobazillen und Bifidusbakterien. Eine normale Stuhltätigkeit zeigt sich dadurch, dass Blähungen ausbleiben und der Stuhl nicht unangenehm riecht. Bemerkt man beim Kind Krämpfe und Blähungen, sollten so schnell wie möglich speziell auf den kindlichen Darm abgestimmte Probiotika zugeführt werden.
Was können Probiotika?
Probiotische Bakterien können organische Säuren (z.B. Milchsäure) produzieren und senken so den pH-Wert im Darm. Somit wird die enzymatische Aktivität der Darmflora positiv beeinflusst . Je nach Bakterienart können Probiotika zu einer Erhöhung der Stuhlfrequenz, einer Verbesserung der Stuhlkonsistenz sowie zu einer Beschleunigung der Darmtransitzeit führen.
Ursachen für Verstopfung
- genetische Veranlagung
- zu viel Zucker
- zu wenige Ballaststoffe
- zu wenig Flüssigkeit
- hoher Flüssigkeitsverlust (starkes Schwitzen)
- Bewegungsmangel
- Stress
Ein gesunder Darm verhindert Allergien
Dass sich die Zufuhr von Probiotika positiv auf die kindliche Darmflora auswirkt, zeigen Untersuchungen wie die Panda-Studie. „Die Zufuhr von probiotischen Bakterien bereits während der Schwangerschaft und im 1. Lebensjahr kann sogar das Auftreten chronischer Erkrankungen wie Allergien, Asthma oder Neurodermitis reduzieren“, resümiert Dr. Ger Rijkers, Leiter der am Wilhelmina Kinderkrankenhaus der Universität Utrecht durchgeführten PANDA-Studie .
Maßnahmen gegen die Darmträgheit
Was aber tut man, wenn bei Kindern das Problem bereits manifest geworden ist? Besteht eine Obstipation durch Fehlernährung und Bewegungsmangel, so sollte zunächst langsam auf eine möglichst zuckerlose und ballaststoffreiche Ernährung umgestellt werden. Eine vorübergehende Hilfestellung bieten dabei auch natürliche Ballaststoffe, die sogenannten Präbiotika (z.B. Inulin, Guar oder Psyllium). Wichtig bei ihrer Verwendung ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (2–3 Liter täglich), da sich die Obstipation sonst weiter verstärkt.
Verdauung – Zusammenspiel vieler Enzyme
Für eine gesunde Verdauung sind bestimmte Enzyme unumgänglich, die normalerweise in der Bauchspeicheldrüse und der Leber gebildet werden. Unterstützen kann man deren Tätigkeit durch pflanzliche Wirkstoffe, wie z.B. einem Mus aus der Papaya, das gut schmeckt und bei regelmäßiger Verwendung die Verdauung normalisiert.
Darm und Psyche
Apropos Regelmäßigkeit: Vor allem psychischer Stress und ständige Hetzerei kann bei Kindern zu Verdauungsproblemen führen, für die organisch keine Ursache erkennbar ist. Eine Wohltat sind hier tägliche Bauchmassagen und die Gewöhnung an gleichbleibende Essens- und „Klozeiten“ mit ausreichend Zeit für beides!
Verstopfung: sinnvolle Maßnahmen
- Probiotische Produkte aus der Apotheke
- ausreichend Flüssigkeit (2 l pro Tag)
- Bauchmassage
- Zeit nehmen für den Stuhlgang
- regelmäßiger Tagesablauf
- körperliche Aktivität
- ballaststoffreiche Kost, Pflaumensaft
