Gesundheit aktuell
Prävention in der Anti-Aging Praxis durch Multispezies-Probiotika
Der Anti-Aging-Patient sieht sich mit zunehmendem Alter vielfältigen körperlichen und psychischen Problemen gegenüber, die nicht sofort als Krankheiten gesehen werden, seine Lebensqualität aber in erheblichem Maße beeinträchtigen. Ausgangspunkt ist meist seine eigene Mikrobiota, also seine individuelle Darmflora, deren altersbedingte Veränderungen aber durch gezielte Prävention gut beeinflussbar sind
[A. Frauwallner, Vortrag am Anti-Aging-Kongress in Wien, Dezember 2011].
Am Wiener Menopause-Kongress war daher auch
eine eigene Sitzung diesen Problemen rund um den Darmtrakt als „Gesundheitstrakt“ gewidmet, denn der Darm und sein Einfluss als endokrines Organ wurde bisher oft unterschätzt.
Dabei bietet die Probiotische Medizin biologische Möglichkeiten zur begleitenden Therapie und besonders zur zeitgerechten Prävention. Wie neueste wissenschaftliche Forschungsergebnisse gezeigt haben, kann eine Fehlbesiedlung der Darmflora durch Ansiedlung entsprechender Leitkeimstämme ausgeglichen werden.
Der Darm beeinflusst als endokrines Organ eine Reihe von Alterungsfaktoren
Im Alter bedeutet eine stark verringerte Diversität der nützlichen Darmbakterien (wie wir es auch nach häufigen Antibiotikabehandlungen vorfinden)
1.
eine dramatische Abnahme der Gesamtzahl von Lactobazillen (vgl. Abb.1)

und damit verbunden eine verringerte Immunglobulinproduktion. Dies führt oft zur Überwucherung von potentiell pathogenen Keimen wie C. difficile mit deutlich erhöhter Infektanfälligkeit bei zunehmendem Alter. War z.B. postoperativ noch eine zusätzliche antibiotische Abschirmung nötig, kann sich daraus ein postinfektiöses Reizdarmsyndrom oder eine pseudomembranöse Colitis entwickeln. In Abhängigkeit vom verwendeten Antibiotikum tritt in bis zu 49 Prozent der Fälle auch eine Antibiotika-assoziierte Diarrhoe (AAD) auf. Multispezies-Probiotika induzieren eine pH-Wert-Verschiebung und verhindern die Vermehrung pathogener Keime. Die Zufuhr von Leitkeimstämmen forstet gleichzeitig die zerstörte Darmflora wieder auf.
2.
Abnehmende Stoffwechselaktivität und damit gekoppelt eine verringerte Diversität der Darmflora kann Adipositas begünstigen. Die Probiotische Medizin ist heute in der Lage, zur dauerhaften Gewichtskontrolle durch Zufuhr einer Kombination aus Pre- und Probiotika aktiv die Ratio zwischen Firmicutes und Bacterioidetes zu verschieben.

(vgl. Abb.2)
3.
Abnehmende Stressresistenz führt zu verminderter Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit sowie erhöhter Anfälligkeit für Depression und rasche Erschöpfung durch verringerte Bildung von Neurotransmittern und Stresshormonen. Silente Entzündungen der Darmschleimhaut und ein Mangel an Antioxidantien führen in der Folge rasch zu einem "löchrigen Darm" (leaky gut), durch veränderte tight junctions der Enterocyten können Toxine und pathogene Keime in den Körper eindringen. Hier gelingt durch Ansiedlung hochdosierter Multispezies-Probiotika eine Inflammationshemmung, mit Aminosäuren eine bessere Abdichtung der Zellmembranen und mit CoQ 10 eine Aktivierung der Mitochondrien.

(vgl. Abb.3)
Generell verursacht eine verminderte Darmflora im Alter auch die verringerte Aufnahme von Vitaminen, oral zugeführten Anti-Aging-Substanzen, Hormonersatzstoffen und Spurenelementen. Eine durch Laborbefunde festgestellte Fehlbesiedlung der Darmflora kann durch Ansiedlung entsprechender Leitkeimstämme ausgeglichen werden.
Die Probiotische Medizin bietet also durch speziell molekulargenetisch sequenzierte Bakterienstrains nicht nur biologische Möglichkeiten zur akuten Therapie sondern auch zur sinnvollen und nötigen Prävention.
