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Spagyrik

Die Anfänge spagyrischer Verfahren zur Herstellung von Arzneimitteln sind bereits im Altertum und im Mittelalter zu finden. Spagyrik war einer der wichtigen Inhalte alchimistischer Arbeiten. Sie gründeten auf der Vorstellung, dass, wie im Menschen und im Tier, auch in der Pflanze eine Lebenskraft enthalten ist, die es freizusetzen und arzneilich zu nutzen gilt. Für den Spagyriker hat jede pflanzentypische besondere Lebenskraft eigene stoffliche Formen entstehen lassen, als materielles Bild eines in der Pflanze enthaltenen verborgenen Kraftpotentials. Man suchte deshalb, diese tief im Wesen der Pflanze ruhende Kraft als Heilkraft zugänglich zu machen. Ganz ähnlich verhält sich dies auch bei Mineralien und Metallen.
Die zugrunde liegende Idee der alten Alchimisten war: Die Kraft der Heilpflanze baut sich ein in die Baustoffe von Wurzel, Stengel, Blatt und Blüte. Sie ist also an die "Verkörperlichung" (Materialisierung) von Kräften gebunden, die es zu "lösen" gilt. Das spagyrische Aufbereitungsverfahren soll die im Pflanzenkörper stofflich gebundenen Heilkräfte freisetzen, ohne dass sie durch den Verarbeitungsprozeß eine Minderung erfahren. Spagyrisch verarbeitet, ist aus den Pflanzen eine wesentlich stärkere Heilkraft zu erreichen, als dies mit herkömmlichen Pflanzenzubereitungen möglich ist. Mit anderen Worten: der Spagyriker beansprucht, durch seine Verfahren zusätzlich zur stofflichen Komplexität der Pflanzen das in den Stoffstrukturen und Stofforganisationen der Pflanzenteile enthaltene Energiepotential zu erschließen, das für den Spagyriker zusammen mit den aufgeschlossenen Stoffkomponenten das Gesamtpotential an Heilkraft der einzelnen Pflanze darstellt.