Was ist Verstopfung und wie kann es dazu kommen?
Unsere Lebensweise hat sich in den vergangenen 100 Jahren stark gewandelt. Die meisten Menschen üben eine sitzende Tätigkeit aus. Außerdem wird in der Regel zu fett, zu eiweißreich und zu salzig bzw. zu süß gegessen. Obst, Gemüse und Vollkornprodukte wurden immer mehr durch Fast Food, Konserven, Fertiggerichte und Backwaren aus Auszugsmehl verdrängt. Schon Justus von Liebig hat im Jahr 1859 darauf hingewiesen, dass die Abtrennung der Kleie und des Keimlings vom Getreidekorn purer Luxus ist. In Westfalen, dem Bundesland des Pumpernickel, kannte man damals keine Verdauungsprobleme.
Schätzungen zufolge leiden heute etwa 30 % der österreichischen Bevölkerung unter Verstopfung.
Von einer Obstipation (= Verstopfung) spricht man, wenn man seltener als nach 2-3 Tagen spontan (dh ohne die Einnahme von Laxantien = Abführmittel) Stuhlgang hat. Die Ursachen dafür können vielseitig sein. Schon das Erziehen zu einer Unterdrückung des Stuhlgangs kann zu einer chronischen Verstopfung führen.
Aus Angst vor einer „inneren Vergiftung“ werden oft voreilig Laxantien eingenommen. Diese führen über eine vermehrte Ausscheidung von Kalium, Natrium und Wasser zu einer Ermüdung der Darmmuskulatur, so dass durch den Gewöhnungseffekt eine Verstopfung verstärkt wird. Die Hauptursachen einer Obstipation sind eine ballaststoffarme Ernährung und Bewegungsmangel. Selten liegen andere Erkrankungen zugrunde, die vor der Diagnosestellung ärztlicherseits abgeklärt werden müssen.
